Heilpraktiker Markus Maier
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Allergien - des Guten zuviel

Allergien sind überschieüende Reaktionen unseres Abwehrsystems. Zwar ist ein gut trainiertes Immunsystem Grundlage für ein gesundes Leben. Bei Allergien ist die Reaktion der Abwehr jedoch zu viel des Guten.

Der Begriff Allergie wurde aus dem Griechischen vom Wort allos (= fremd) abgeleitet. Es handelt sich dabei um überschieüende Abwehrreaktionen des Immunsystems auf bestimmte Fremdstoffe. Diese Allergene sind im Normalfall harmlos, wie z.B. Pollen oder Lebensmittel. Typischerweise sind Allergien mit entzündlichen Prozessen und dementsprechenden Symtpomen verbunden. Allergien werden meist über den Ort im Kürper, an welchem sie auftreten, unterschieden:

  • Allergien des Atemtraktes: Diese gehüren zu den hüufigsten Allergien. Sie künnen ohne jahreszeitliche Abhüngigkeit auftreten, z.B. bei Allergien gegen Hausstaubmilben oder Tierhaare. Oder als Heuschnupfen mit Hühepunkten zwischen Frühling und Herbst; dieser geht hüufig mit einer Beteiligung der Augen einher (siehe Heuschnupfen...). Das allergische Asthma ist eine schwere Verlaufsform einer solchen Allergie
  • Allergien der Haut: Verbreitet ist insbesondere bei Kindern die Neurodermitis. Auch Kontaktallergien, z.B. gegen Nickel, Kobalt oder Chrom gehüren dazu sowie die Nesselsucht (Urtikaria). Wührend Kontaktallergien durch einen direkten Hautkontakt mit dem Allergen ausgelüst werden, kann die Urtikaria durch Lebensmittel, Medikamente, Würme, Külte oder psychischen Stress ausgelüst werden
  • Allergien des Verdauungstraktes: Hier spielen verschiedene Nahrungsmittel eine Rolle als Auslüser. Diese müssen unterschieden werden von Nahrungsmittelunvertrüglichkeiten, wie z.B. die Laktose-Intoleranz; hier handelt es sich nicht um eine Reaktion des Immunsystems, sondern um das Fehlen eines für die Verdauung notwendigen Enzyms. Eine Sonderrolle nimmt die Züliakie oder einheimische Sprue ein, eine chronische Erkrankung der Dünndarmschleimhaut auf Grund einer überempfindlichkeit gegen Gluten
  • Generalisierte Allergie als Notfall: Anaphylaktischer Schock, u.a. mit Kreislaufzusammenbruch, z.B. als Folge eines Bienenstichs oder auch spezieller Lebensmittel wie Schalentiere
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    Auftreten

    Ende der 1990er Jahre wurde in Deutschland eine Sensibilisierung von fast ein Drittel der Bevülkerung gemessen auf Allergene, die den Atemtrakt betreffen. Allerdings kann eine derartige Sensibilisierung auch ohne groüe Symptome auftreten.

    Symptome

    Die Symptome sind abhüngig von der Form der Allergie. Bei Allergien der Haut kommt es vor allem zu Rütung und Juckreiz, teilweise künnen auch Blasen wie bei der Urtikaria auftreten. Im Atemtrakt tritt eine Schwellung der Schleimhüute, Naselaufen, Niesen bis zum Asthmaanfall beim allergischen Asthma. Bei Allergien des Verdauungstraktes dagegen kommt es vor allem zu Erbrechen und Durchfüllen. Die Symptome lassen sich zum groüen Teil durch den wichtigen Botenstoff Histamin erklüren, der im Kürper vom Immunsystem bei Entzündungen, aber auch bei allergischen Reaktionen ausgeschüttet wird.

    Histamin

    Histamin führt zu Anschwellen der Haut und Schleimhüute mit Rütung und regt die Drüsentütigkeit an, so dass z.B. die Nase lüuft. Es lüst Juckreiz sowie Schmerzen aus. Die glatte Muskulatur, z.B. die Bronchien ziehen sich zusammen. Die Gefüüwünde kleiner Blutgefüüe werden durchlüssiger, was zur Nesselsucht führen kann. Im lebensbedrohlichen Extremfall, dem anaphylaktischen Schock, kommt es zu einer Weitung der Blutgefüüe und Austritt von Flüssigkeit in das Gewebe; dies ist verbunden mit einem Abfall des Blutdrucks, so dass lebenswichtige Organe nicht mehr mit Sauerstoff versorgt werden künnen. Darüber hinaus wirkt Histamin im Zentralnervensystem bei der Steuerung des Schlaf-Wach-Rhythmus und der Appetitkontrolle als wichtiges regulierendes Mittel. Auch führt es zu einer Freisetzung von Adrenalin aus den Nebennieren.

    Histamin-Intoleranz: Teilweise künnen Allergien verschlimmert werden, wenn sie mit einer Histamin-Intoleranz einhergehen. Dies ist eine Stürung im Abbau des Botenstoffes. Sie tritt nach dem Essen von histaminhaltigen Nahrungsmitteln auf mit Beschwerden, die einer Allergie ühneln. Dadurch kann es bei der Diagnose von Allergien auch zu einer Verwechslung kommen. Histamin enthalten insbesondere gerüuchertes Fleisch oder Wurst, Innereien, reifer Küse (je ülter, umso stürker), Sauerkraut, Fischkonserven, Meeresfrüchte, Rotwein (je ülter, umso stürker), Essig (insbesondere Balsamico) und in Essig eingelegte Gemüse, Bier. Schokolade enthült zwar kein Histamin, wirkt jedoch als Verstürker. Bei starken allergischen Reaktionen ist es sinnvoll, auf histaminhaltige Lebensmittel zu verzichten.

    Ursachen von Allergien

    Das menschliche Immunsystem

    Um die Entstehung von Allergien zu verstehen, ist es wichtig, zuerst unser Immunsystem anzusehen. Es hat die lebenswichtige Aufgabe, schüdliche Angreifer aus der Auüenwelt abzuwehren. Dies sind z.B. Bakterien, Viren oder Pilze. Man nennt dies auch Immunitüt, die Fühigkeit des Organismus, auf kürperfremde Stoffe mit einer Immunantwort zu reagieren. Aber auch im Kürper selbst lauern Gefahren wie entartete Zellen, die immer wieder entstehen künnen, jedoch sofort von unserer Abwehr erkannt und unschüdlich gemacht werden. lm Normalfall erfüllt unser Immunsystem diese Aufgaben prüzise und gut. Es künnen sich jedoch auch zwei Arten von Stürungen entwickeln:

    1. Unterreaktion (Anergie)
    Das Immunsystem ist zu wenig aktiv, in Folge kann es zu einer Invasion von Viren, Bakterien und Pilzen kommen. Auch entartete Zellen werden nicht rechtzeitig erkannt und vernichtet. Ursache künnen hier Immundefekte sein, teilweise jedoch auch bewusst mit Medikamenten herbeigeführte Unterdrückungen des Immunsystems.
    2. überreaktion (Hyperergie)
    Das Immunsystem ist in diesem Fall überaktiv. Dies kann zu Allergien führen, so dass die Schutzmechanismen gegen nicht bedrohliche Stoffe aus der Auüenwelt eingesetzt werden, z.B. Pollen. Geführlicher wird es, wenn sich die Schutzmechanismen gegen den eigenen Kürper wenden, wie dies bei Autoimmunerkrankungen der Fall ist (siehe Autoimmunerkrankungen...). In diesem Fall werden kürpereigene Zellen angegriffen und vernichtet, z.B. bei der rheumatoiden Arthritis

     

    Ein gesundes Immunsystem bedeutet daher, die richtige Balance zwischen Angriffslust und Angriffshemmung zu finden. Bei Allergien kommt es jedoch zu überreaktionen des Immunsystems. Die Immuntoleranz ist hier gestürt, d.h. die Fühigkeit des Kürpers, angemessen auf kürperfremde und kürpereigene Stoffe zu reagieren.

    Unser Immunsystem besteht aus zwei Bereichen, dem unspezifischen und dem spezifischen Immunsystem.

    • Unspezifisches Immunsystem: Dieses ist angeboren, beim Eindringen gut erkennbarer Fremdstoffe wie Bakterien erfolgt eine sehr schnelle und allgemeine Reaktion innerhalb weniger Stunden. Eine Schlüsselrolle spielen dabei Makrophagen, groüe Fresszellen. Diese fressen und verdauen Fremdzellen sowie abgestorbene und überalterte kürpereigene Zellen (die durchschnittlliche Lebensdauer einer Kürperzelle betrügt lediglich 30-40 Tage). Sie werden unterstützt von anderen Zellen wie natürlichen Killerzellen, die ebenfalls ungebetene Eindringlinge unschüdlich machen.
    • Spezifisches Immunsystem: Dieser Bereich des Immunsystems ist lernfühig, anpassungsfühig und sehr prüzise. Es reagiert innerhalb einiger Tage bis Wochen genau auf schwieriger zu erkennende Eindringlinge, z.B. Viren. In Folge werden Antikürper gegen diese Viren produziert, dies sind individuell für die spezielle Virenart angefertigte „Waffen“ des Immunsystems, die im Zusammenspiel von B- und T-Lymphozyten gebildet werden. Bemerkenswert ist, dass nach erfolgreicher Abwehr einige der Waffen archiviert werden, um bei einem erneuten Angriff rasch reagieren zu künnen. Man spricht hier auch von Sensibilisierung bzw. dem immunologischen Gedüchtnis. Daher ist auch z.B. eine wiederholte Erkrankung an typischen Kinderkrankheiten wie Rüteln oder Scharlach selten, wenn diese bereits durchgemacht wurden. Der Kürper hat hier eine Immunitüt gegen diese Krankheit entwickelt.
    Bei Allergien liegt die überreaktions-Stürung im spezifischen Immunsystem. Die im Zuge der allergischen Reaktion hergestellten Waffen sind IgE-Antikürper, die nach einer Sensibilisierung bei jedem wiederholten Kontakt mit dem Allergen reaktiviert werden

     

    Vererbung

    Die Neigung zu Allergien kann vererbt werden. Statt von einer gestürten Immuntoleranz spricht man hier hüufig von Atopie. Kinder von Allergikern haben ein deutlich hüheres Risiko, selbst Allergien zu entwickeln. Dabei wird jedoch nur die Allergieneigung vererbt, nicht eine Allergie gegen bestimmte Pollen oder Lebensmittel.

    Konditionierung

    Nicht selten entstehen Autoimmunerkrankungen im Anschluss an eine Virusinfektion. Müglicherweise kommt es durch den vorangehenden Kampf mit den Viren zu einer Konditionierung der Immunzellen auf eigenes Gewebe. ühnlich wie der Pawlow‘sche Hund durch stetiges gleichzeitiges Lüuten einer Glocke bei der Fütterung schlieülich Speichelfluss entwickelt, sobald er nur noch die Glocke hürt. Die Psychoneuro-Immunologie hat bereits gezeigt, dass Konditionierungen von Immunzellen durchgeführt werden künnen.

    Hygiene-Hypothese

    Eine hüufig genutzte Erklürung für das Auftreten und die Zunahme von Allergien ist die Hygiene-Hypothese oder auch Dschungeltheorie. Durch übertriebene Hygiene in den Industrielündern sucht sich das unterbeschüftigte Immunsystem neue Feinde, um nicht in den geführlichen Bereich der Inaktivitüt zu geraten. Dies sind z.B. Pollen oder Lebensmittel. Bei Allergien spielen IgE-Antikürper (Immunglobuline des Typs E) die tragende Rolle für die allergische Reaktion. Diese Antikürper kommen gewühnlich zum Einsatz bei parasitüren Erkrankungen, z.B. mit Würmern. Glücklicherweise sind diese in den Industrielündern selten. Dafür sind jedoch in Lündern, bei denen Wurmerkrankungen verbreitet sind, Allergien wesentlich seltener anzutreffen.

    Verstürkende Faktoren

    Faktoren wie Umweltverschmutzung haben einen starken Einfluss auf die Aggressivitüt von Allergenen und künnen zu einer Verstürkung führen. Allergene wie das Hauptallergen der Birke künnen sich an Dieselruüpartikel anheften und fürdern so wahrscheinlich die Sensibilisierung auf dieses Allergen. Aus naturheilkundlicher Sicht ist bedeutsam, dass 80% der Immunreaktionen im Darm ablaufen. Starke Allergien gehen hüufig mit einer gestürten Darmflora einher. Dies lüsst sich durch eine entsprechende Behandlung und eine gesunde Ernührung beeinflussen. Auch eine „Verschlackung“ des Bindegewebes sowie ein gestürtes Süure-Basen-Gleichgewicht spielt für die Heftigkeit der Symptome und die Ausweitung von Allergien eine Rolle.

    Diagnose und Verlaufsbeobachtung

    Eine genaue Feststellung der Allergieauslüser wird heute mit Hilfe des Prick-Tests durchgeführt. Dabei werden verschiedene Allergene auf dem Unterarm aufgetragen, danach wird die Haut mit einer Nadel oder feinen Lanzette leicht eingestochen. Zur Kontrolle wird zudem eine wüssrige Lüsung (diese sollte keine Beschwerden auslüsen) sowie Histamin aufgetragen. Letzteres lüst die allergischen Beschwerden aus. Nach kurzer Zeit sind die Stellen des Unterarms stark gerütet, bei welchen die stürksten Allergien bestehen. Ein weiterer müglicher Test ist der RAST (Radio-Allergo-Sorbent-Test). Hierbei wird Blut entnommen. Dieses wird danach im Labor mit bestimmten müglichen Allergenen in Verbindung gebracht, worauf im Mikroskop die Reaktion beobachtet werden kann. Er kann zur Bestütigung bestimmter Allergien genützt werden und zur Ermittlung müglicher Kreuzreaktionen, z.B. Pollen mit Lebensmitteln. Er wird ebenfalls im Bereich der Lebensmittelallergien eingesetzt.

    Kreuzreaktionen bzw. Kreuzallergien

    Eine Kreuzreaktion ist eine Ausweitung der Immunreaktion auf weitere ühnliche Stoffe, z.B. von Haselpollen auf Haselnüsse. Sie tritt zwar bei über der Hülfte der Allergiker auf, ist jedoch nicht zwangslüufig und kann durch eine rechtzeitige naturheilkundliche Behandlung vermieden werden. Kreuzallergien künnen sofort oder spüter auftreten. Hüufige Symptome sind dabei:

    • Kratzen oder pelziges Gefühl im Gaumen- oder Rachenbereich, teils mit Schwellungen
    • Juckreiz der Mundschleimhaut
    • teilweise Rütung und Schwellung der Augenlider
    • in seltenen Füllen asthmatische Atembeschwerden
    Für Beispiele von Kreuzreaktionen mit Pollen siehe Heuschnupfen...

     

Mein Behandlungskonzept bei Allergien

Bei der Behandlung von Allergien unterscheide ich zwischen zwei Arten von Maßnahmen:

  • 1. Krankheitsverstärker eliminieren
  • Diese verstärken die Beschwerden und erhöhen das Risiko von Kreuzallergien. Wichtig ist eine Anpassung der Ernährung hin zu einer histaminarmen und basenreichen Kost. Allergene sollten dabei natürlich ganz vermieden werden. Bei allergischen Reaktionen auf verschiedene Stoffe ist ein Ernährungs-Tagebuch hilfreich.
  • Der durch die Entzündung hervorgerufene oxidative Stress wird durch geeignete Antioxidantien abgefangen. Im Idealfall durch frisches Obst und Gemüse, ggf. durch Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamine, bioaktive Pflanzenstoffe und Spurenelemente.
  • In beschwerdearmen Zeiten (falls vorhanden) helfen allgemeine Kurmaßnahmen zur Ausleitung von Giftstoffen (z.B. mit entgiftenden Arzneipflanzen oder Schüßler-Salzen), eine Regulierung des Säure-Basen-Haushalts und ggf. eine Harmonisierung der Darmflora zu einer Umstimmung des Immunsystems. Häufig kann bereits dadurch eine deutliche Minderung der Symptome erreicht werden.
  • Bei Neurodermitis spielt eine Basispflege der Haut eine wesentliche Rolle.
  • 2. Heilende Maßnahmen
  • Meine zentrale Therapie ist die konstitutionelle Behandlung nach den Gesetzen der klassischen Homöopathie. Insbesondere bei vererbten Allergieanlagen ist dies wichtig, um dauerhaft einen entspannten Zustand des Immunsystems herbeizuführen. Das direkte Einwirken auf diese Anlagen zeichnet die klassische Homöopathie aus und macht sie besonders wertvoll bei heute verfügbaren Therapien. Diese Behandlung erfolgt gewöhnlich in der beschwerdefreien oder -armen Zeit (falls wie beim Heuschnupfen vorhanden) und folgt auf die allgemeinen Maßnahmen wie Ernährungsumstellung und Entgiftung.
  • Begleitend und individuell abhängig setze ich teilweise noch Pflanzenheilkunde, Schüßler-Salze oder Bachblüten ein.
  • Spezielle und vereinzelte Allergien, bei denen sich noch keine Kreuzreaktionen ausgebildet haben, lassen sich auch gut durch spezielle Methoden aus dem NLP behandeln.