Heilpraktiker Markus Maier
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Autoimmunerkrankungen - im Krieg gegen den eigenen Körper

Bei Autoimmunerkrankungen kann das Immunsystem nicht mehr zwischen äußeren Angreifern und dem eigenen Körper unterscheiden. Dadurch entbrennt ein Kampf gegen eigene Körperzellen - mit teilweise lebensbedrohlichen Folgen.

Autoimmunerkrankungen oder auch Autoaggressionskrankheiten sind Krankheiten, bei denen das Immunsystem den eigenen Körper angreift. Im Laufe der Evolution hat der Mensch ein sehr differenziertes Abwehrsystem entwickelt, um mit bedrohlichen Krankheitserregern umzugehen. Von höchster Wichtigkeit dabei ist die Selbsttoleranz oder Immuntoleranz. Dies bedeutet, dass eigene gesunde Zellen von fremden oder erkrankten Zellen unterschieden werden können. Bei Autoimmun-erkrankungen jedoch scheint diese Selbsttoleranz teilweise aufgehoben: Das Immunsystem verwechselt eigene Körperzellen mit bedrohlichen Eindringlingen wie Viren oder Bakterien und greift diese an – mit häufig fatalen Folgen für den Betroffenen.
Autoimmunerkrankungen können fast sämtliche Körperteile und Organe betreffen: Von der Haut (Psoriasis, Lichen sclerosus) über Gelenke (rheumatoide Arthritis), Muskeln und Weichteile (Fibromyalgie, Polymyositis), den Magen-Darmtrakt (chronische Gastritis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Zöliakie) bis hin zum Gehirn und Nervensystem (Multiple Sklerose, Narkolepsie, Stiff-Man-Syndrom). Primär handelt es sich also bei Autoimmunerkrankungen um eine Erkrankung des spezifischen Immunsystems.

Auftreten

Man schätzt, dass in den Industrieländern etwa 5-10% der Bevölkerung von Autoimmunerkrankungen betroffen sind – mit zunehmender Tendenz. Dabei scheinen Frauen insgesamt häufiger betroffen zu sein als Männer.

Beispiele für Autoimmunerkrankungen

Aktuell sind etwa 60 Autoimmunerkrankungen bekannt. Hier einige Beispiele:

  • Arteriitis temporalis: Gefäßsystem
  • Autoimmunhepatitis: Leber
  • Chronische Gastritis (Typ A): Magen
  • Churg-Strauss-Syndrom: Gefäßsystem
  • CIDP: peripheres Nervensystem
  • Colitis ulcerosa: Dickdarm
  • Diabetes mellitus Typ 1: Bauchspeicheldrüse
  • Fibromyalgie: Muskeln und Weichteile. Siehe auch Fokus-Website www.fibromyalgie.hp-maier.de
  • Glomerulonephritis: Nieren
  • Goodpasture-Syndrom: Lunge, Nieren
  • Guillain-Barré-Syndrom: Peripheres Nervensystem, insbesondere Beine und Arme
  • Hashimoto-Thyreoiditis: Schilddrüse. Siehe auch Fokus-Website www.hashimoto-thyreoiditis.hp-maier.de
  • Lichen sclerosus: Haut und Schleimhaut, häufig Geschlechtsorgane
  • Lupus erythematodes: Haut und innere Organe
  • Morbus Basedow: Schilddrüse
  • Morbus Bechterew: Wirbelsäule
  • Morbus Crohn: Dünndarm
  • Multiple Sklerose: Gehirn und Nervensystem. Siehe auch Fokus-Website www.multiple-sklerose-ms.hp-maier.de
  • Myasthenia gravis: Muskeln bzw. deren Nerven
  • Narkolepsie: Gehirn und Nervensystem
  • Polychondritis: Knorpel von Gelenken, Nase und Ohren
  • Polymyalgia rheumatica: Muskulatur von Schulter und Becken
  • Polymyositis: Muskeln
  • Psoriasis: Haut
  • Rheumatoide Arthritis: Gelenke. Siehe auch Fokus-Website www.rheuma-stuttgart.de
  • SAPHO-Syndrom: Gelenke, Knochen, Haut
  • Sjögren-Syndrom: Speichel- und Tränendrüsen. Siehe auch Fokus-Website www.sicca-sjoegren-syndrom.hp-maier.de
  • Sklerodermie: Haut, innere Organe
  • Stiff-Man-Syndrom: Zentrales Nervensystem
  • Wegenersche Granulomatose: Gefäße, Lunge, Nieren, HNO
  • Zöliakie: Dünndarm 

Krankheitsverlauf

Abhängig von der Erkrankung ist auch der Verlauf unterschiedlich schwer. Häufig lässt sich beobachten, dass Autoimmunerkrankungen in Schüben verlaufen, z.B. bei der rheumatoiden Arthritis oder der Multiplen Sklerose.

Ursachen

Die genaue Ursache von Autoimmunerkrankungen ist unbekannt. Auch wenn viele dieser Erkrankungen erst in den letzten Jahrzehnten genauer beschrieben und benannt wurden, kann man davon ausgehen, dass sie keine reine Erscheinung der jüngeren Zeit sind. So erwähnte z.B. bereits Hippokrates von Kos (460-377 v.Chr.) Rheuma in seinen Schriften. Bemerkenswert jedoch ist, dass das Vorkommen von Autoimmunerkrankungen und auch Allergien stetig ansteigt – in einem ähnlichen Maß, wie die klassischen Infektionskrankheiten abnehmen. Fast lässt sich vermuten, dass Autoaggressions-Krankheiten typisch für unsere Zeit sind. Ein trauriger anderer Trend ist, dass die Betroffenen immer jünger werden, die Erkrankungen sich früher manifestieren. Bei vielen Autoimmunerkrankungen geht man von einer Vererbung der Anlage aus, wie dies z.B. bei der rheumatoiden Arthritis der Fall ist. Es wird also nicht die Krankheit selbst vererbt, sondern lediglich die Wahrscheinlichkeit, an dieser Krankheit zu erkranken. Das Erfreuliche daran: Werden die Anlagen rechtzeitig erkannt (z.B. durch eine ausführliche Familienanamnese oder Irisdiagnose), besteht die gute Chance, ihren Ausbruch zu verhindern! Bereits bestehende Autoimmunerkrankungen können als wichtiger Risikofaktor gewertet werden. Hier ist die Chance größer, an einer weiteren Autoimmunstörung zu erkranken. Nachfolgend einige verbreitete Hypothesen zur Entstehung von Autoimmunerkrankungen:

Hygiene-Hypothese oder Dschungeltheorie

Diese Theorie wird zur Erklärung von Autoimmunerkrankungen und Allergien genutzt. In der heutigen Zivilisation kommt der Mensch viel seltener mit Bakterien und anderen Krankheitserregern in Berührung als in den Zeiten, in denen sich das Immunsystem entwickelt hat. Wir leben nicht mehr in dreckigen Höhlen oder Lehmhütten im Wald. Dadurch hat das Immunsystem weniger zu tun. Da es jedoch wichtig für das Überleben ist, muss es trainiert und aktiv bleiben. So sucht es sich andere Feinde, wodurch es zu Allergien und Autoimmunerkrankungen kommt. Für diese Theorie spricht, dass Allergien und Autoimmunerkrankungen in Ländern mit weniger strengen Hygienestandards weniger verbreitet, teilweise sogar unbekannt sind.

Kreuzreaktion

Bei einer Kreuzreaktion kommt es nach anfänglicher richtiger Erkennung des Feindes, z.B. eines Virus zu einer Ausweitung des Feindbildes auf andere Allergene oder Gewebe, die ähnliche Strukturen wie der wirkliche Feind haben. Eine Vermutung bei Autoimmunerkrankungen ist eine Ausweitung der Immunreaktion vom ursprünglichen Bakterium oder Virus auf Körpergewebe, welches ähnliche Strukturen hat. Bei Allergien wie Heuschnupfen z.B. wird häufig eine Ausweitung der ursprünglichen Pollenallergie auf andere Pflanzen oder auch Lebensmittel beobachtet (siehe Allergien...). Mit Hilfe dieser Theorie lässt sich gut erklären, warum das Immunsystem nicht den gesamten Körper angreift, sondern nur bestimmte Gewebe und Organe.

Fehlkonditionierung Immunsystem

Nicht selten entstehen Autoimmunerkrankungen im Anschluss an eine Virusinfektion. Möglicherweise kommt es durch den vorangehenden Kampf mit den Viren zu einer Konditionierung der Immunzellen auf eigenes Gewebe. Ähnlich wie der Pawlow‘sche Hund durch stetiges gleichzeitiges Läuten einer Glocke bei der Fütterung schließlich Speichelfluss entwickelt, sobald er nur noch die Glocke hört. Die Psychoneuro-Immunologie hat bereits gezeigt, dass Konditionierungen von Immunzellen durchgeführt werden können.

Psychische Aspekte

Einer der Begründer der psychosomatischen Medizin, der Arzt und Psychoanalytiker Franz Alexander, stellte in den 1950ern einen Katalog der wichtigsten psychosomatischen Erkrankungen auf. Dazu gehörten neben Bluthochdruck und dem Magengeschwür auch Autoimmunerkrankungen wie die rheumatoide Arthritis, Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn. Zwar ist seine damalige Theorie, jede dieser Krankheiten entstehe durch einen spezifischen unbewussten Konflikt, etwa Unterdrückung von Aggressionen, heute überholt. Dennoch ist unbestritten, dass die Psyche hier einen ganz entscheidenden Einfluss auf Krankheitsentstehung und –verlauf hat. So hat ein Patient, der den Gedanken an Heilung aufgegeben hat, deutlich schlechtere Chancen, wieder gesund zu werden, als ein optimistisch eingestellter Mensch. Nicht nur individuelle Einstellungen und Muster, sondern auch das soziale Umfeld spielen in der heutigen modernen Psychosomatik eine bedeutsame Rolle. Sehr wichtig ist der Einfluss von Stressfaktoren und der persönliche Umgang mit diesen. Daher berücksichtige ich in meiner Arbeit auch diesen Aspekt.

Aus naturheilkundlicher Sicht spielt zusätzlich die Lebensweise eine große Rolle. Diese kann zwar nicht vorhandene Krankheitsanlagen ändern. Aber eine vernünftige und passende Ernährung, ausreichend Bewegung an der frischen Luft und eine ausgewogene Arbeits-Lebens-Balance können die Verläufe bestehender Krankheiten enorm mildern und teilweise sogar verhindern, dass Krankheitsanlagen überhaupt zum Ausbruch kommen. Ich selbst gehe bei Autoimmunerkrankungen von einer Kombination folgender Faktoren aus:

  • Eine Schwäche des Immunsystems mit Neigung zu Fehlreaktionen, z.B. in Form von Allergien oder Autoimmunerkrankungen. Diese ist zum Teil vererbt, wird jedoch durch z.B. Fehlernährung, mangelnde Bewegung oder Stress verstärkt und kommt häufig hierdurch zum Ausbruch
  • Spezielle körperliche Stärken und Schwächen, die auf bestimmte Organe bezogen sind. Hier kann man auch von Konstitution oder Disposition sprechen. So liegt die Schwäche der einen beim Herz, während sie eine hervorragende Leberfunktion hat, der andere hat eine schwache Leber, dafür jedoch hervorragende Nierenfunktion. In Kombination mit den Problemen des Immunsystems findet sich so häufig der Ort, an dem sich die Immunreaktion abspielt
  • Psychische Aspekte – sofern sie eine Rolle spielen, insbesondere Umgang mit Stress
  • Ein wichtiger und einzigartiger Schwerpunkt der klassischen Homöopathie besteht in der Diagnose und Behandlung chronischer Krankheiten. Dafür hat bereits Samuel Hahnemann vor fast 200 Jahren mit seinem fünfbändigen Werk „Die chronischen Krankheiten“ den Grundstein gelegt. Dabei werden verschiedene Grundmuster chronischer Krankheiten unterschieden, von Hahnemann „Miasmen“ genannt. Diese unterscheiden sich unter anderem in Intensität und Verlauf voneinander und prägen somit den Verlauf und die Schwere der Erkrankung. Dementsprechend werden, abhängig von der Aggressivität der Erkrankung, unterschiedliche homöopathische Mittel eingesetzt. 

Diagnose und Verlaufsbeobachtung

Die Diagnose ist abhängig von der Erkrankung. Bei Verdacht auf eine entsprechende Krankheit lassen sich teilweise im Blut Antikörper bestimmen. Weitere Laboruntersuchungen können Hinweise auf die Stärke der Entzündung geben. Mit Hilfe der Irisdiagnose lassen sich Schwachstellen bei Organen erkennen und teilweise auch der Grad der Schädigung eines bestimmten Organs bestimmen.

Konventionelle Therapie

Bei schmerzhaften Erkrankungen wird meist in der ersten Phase der Schmerz unterdrückt, so dass das gewohnte Leben und die Beweglichkeit aufrecht gehalten werden kann. Ein verbreitetes Vorgehen besteht außerdem darin, das falsch reagierende Immunsystem zu unterdrücken. Dazu werden häufig Glukokortikoide wie Cortisol eingesetzt. Im Rahmen einer normalen Körperfunktion sorgen diese dafür, dass der Mensch in einen Zustand der Aktivität versetzt wird, indem u.a. der Blutdruck erhöht wird, die Bronchien sich weiten, der Blutzucker angehoben wird und andere Funktionen des Körpers wie Verdauung, Krankheitsabwehr durch das Immunsystem oder sexuelle Aktivität reduziert werden. Dementsprechend sind leider auch die Nebenwirkungen bei einer lange anhaltenden Einnahme dieser Medikamente: Infektanfälligkeit, schwache Verdauung, Gewichtszunahme, sexuelle Unlust, Knochenentkalkung, Störungen des Zuckerstoffwechsels bis hin zum Diabetes. Bei der Behandlung von Rheuma und anderen systemischen Erkrankungen des Immunsystems werden heute häufig auch Medikamente aus der Krebstherapie eingesetzt.

Mein Behandlungskonzept bei Autoimmunerkrankungen

Bei der Behandlung von Autoimmunerkrankungen richte ich mich natürlich nach der Erkrankung selbst und verfolge grundsätzlich einen ganzheitlichen Behandlungsansatz. Dabei unterscheide ich zwischen zwei Arten von Maßnahmen:

  • 1. Krankheitsverstärker eliminieren
  • Diese verstärken die Gefahr einer Erkrankung und verschlechtern den Verlauf. Eine Anpassung der Ernährung ist häufig ein wichtiger Schritt, regelmäßige Bewegung und das Erlernen von Entspannungstechniken wie das Autogene Training oder die Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen.
  • Häufig ist es sinnvoll, dem durch die Entzündung hervorgerufenen oxidativen Stress durch geeignete Antioxidantien entgegenzuwirken. Insbesondere Vitamine, bioaktive Pflanzenstoffe oder Spurenelemente wie Selen und Zink spielen hier eine Rolle. Omega-3-Fettsäuren (z.B. aus Leinöl) haben einen dämpfenden Effekt auf ein überschießendes Immunsystem.
  • Zusammen mit allgemeinen Kurmaßnahmen zur Ausleitung von Giftstoffen (z.B. mit entgiftenden Arzneipflanzen oder Schüßler-Salzen) kann häufig bereits so eine Besserung erreicht werden. Ggf. helfen weitere naturheilkundliche Mittel in dieser Phase, die Schmerzen zu mindern.
  • 2. Heilende Maßnahmen
  • Meine zentrale Therapie ist die konstitutionelle Behandlung nach den Gesetzen der klassischen Homöopathie. Diese folgt im Normalfall nach den allgemeinen Maßnahmen wie Ernährungsumstellung und Entgiftung. Eine konstitutionelle Behandlung ermöglicht es in vielen Fällen, auf vererbte Krankheitsanlagen einzuwirken und so dauerhaft wieder einen gesunden Zustand herzustellen. Dieses Potential, positiv auf konstitutionelle Schwächen einzuwirken, macht die klassische Homöopathie einmalig in der heutigen medizinischen Behandlungsmethoden.
  • Begleitend und individuell abhängig setze ich teilweise noch Pflanzenheilkunde oder Schüßler-Salze ein.
  • Abhängig von den psychischen Faktoren setze ich individuelle psychotherapeutische Methoden wie NLP oder die Aktive Imagination nach C.G. Jung ein und unterstütze dies ggf. durch Bachblüten.